Die Zukunft des letzten Clubs auf dem Hauptcampus der OvGU in studentischer Selbstverwaltung ist bedroht. Auf der nächsten Sitzung des Verwaltungsrates des Studentenwerks Magdeburg am 08.11.2011, soll darüber beraten werden, ob und wie der Kulturbetrieb des angeschlagenen "Projekt 7" in den bisher genutzten Räumlichkeiten des Studentenwerk Magdeburgs weiter betrieben werden kann. Wie zu vernehmen ist, könnte das Studentenwerk die bisher geltende Raumnutzungsvereinbarung aufkündigen und damit dem Verein die Grundlage für die uneingeschränkte Nutzung der Räumlichkeiten im Johann-Gottlob-Nathusius Ring 5 entziehen. Dies würde den bisherigen Kulturbetrieb in seiner Vielfalt beenden.
Der Studierendenrat hat sich daher auf seiner Sitzung am 27. Oktober nahezu einstimmig für den Erhalt des "P7" in seiner jetzigen Form ausgesprochen. Das "P7" ist als Kultureinrichtung für Partys, Theateraufführungen, Konzerte und private Veranstaltungen integraler Bestandteil des Lebens auf dem Campus und muss daher erhalten werden. Der Studierendenrat der Universität Magdeburg bat zugleich seine beiden studentischen Verwaltungsratsmitglieder, sich nach Kräften für den Erhalt des "P7" einzusetzen.
Hintergrund:
Der studentische Kulturverein Projekt 7 befindet sich, nach einem längeren Abschnitt wirtschaftlicher und vereinspolitischer Turbolenzen, wieder auf einen Kurs der Erholung und Konsolidierung. Die Ursache der Turbolenzen, die 2008 den Verein bis an den wirtschaftlichen Ruin gebracht hatten, lagen einerseits in der defizitären Führung der Geschäfte durch den mittlerweile entlassenen hauptamtlichen Geschäftsführer sowie einer unzureichenden Kontrolle und Aufsicht durch Teile des alten Vereinsvorstands.
Nachdem der Geschäftsführer entlassen, der Vorstand umbesetzt und ein hartes Konsolidierungsprogramm eingeleitet wurde, gelang es dem Verein mit Unterstützung des Studentenwerks Magdeburg und seiner Mitglieder, sich wirtschaftlich wieder auf ein sichereres Fundament zu begeben. Bestehende Verbindlichkeiten gegenüber dem Studentenwerk Magdeburg werden seit diesem Jahr zurückgezahlt und voraussichtlich binnen drei Jahren beglichen sein.
Dennoch besteht zur Zeit eine Bestandsgefährdung des Kulturprojektes Projekt 7. Da sich das Projekt 7 in unmittelbarer Nähe zu Wohneinheiten des Studentenwerks befindet, kam es in der Vergangenheit gelegentlich zu Geräusch- und Rauchbelästigung der Anwohner. Auch Schallschutzmaßnahmen und moderate Beschränkungen im Kulturbetrieb, konnten die Emissionen nicht vollkommen abstellen. Aus diesem Grund steht zu befürchten, dass die Abteilung Wohnen und die Geschäftsführung des Studentenwerks Magdeburg, dem Verwaltungsrat ihren Vorschlag unterbreiten werden, die bisherige Raumnutzungsvereinbarung mit dem Verein aufzukündigen und den Kulturbetrieb zum Wohle der Anwohner in seiner jetzigen Form zu beenden. Durch die Aufkündigung der Nutzungsbedingung würde dem Verein seine wichtigste Räumlichkeit genommen werden und dadurch dem Verein die Grundlage für seine Arbeit als Kultur HotSpot auf dem Campus entrissen werden.
Der Studierendenrat der Universität Magdeburg und seine studentischen Verwaltungsratsmitglieder , äußern klar ihr Bedauern über die durch den Kulturbetrieb gelegentlich auftretenden Geräusch- und Geruchsimmissionen. Der Studierendenrat und seine Vertreter im Verwaltungsrat des Studentenwerks Magdeburg bekennen sich jedoch eindeutig für den Erhalt des "P7" in seiner jetzigen Form und Kulturarbeit. Der kulturelle Mehrwert des "7", als Partylocation sowie Ort von Ausstellungen, Kleinkunstveranstaltungen, Übungsraum, wiegt in der Abwägung höher. Beatrice Holtermann, Mitglied des P7 e.V., hofft auf den Weiterbestand und würde sich über neue Aktive freuen. "Der Projekt 7 e.V. ist ein ehrenamtlich arbeitender Kulturverein. Eigene Initiative, Engagement und Kreativität sind gern gesehen. Du fühlst dich angesprochen? Dann werde Mitglied und finde deinen Platz im Team!"
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